This page has moved to a new address.

Eulenpost(s)

Eulenpost(s)

Freitag, 20. Juni 2014

[Friday Classics] Frances H. Burnett–Der geheime Garten

Ich habe lange überlegt, welches Buch ich euch als erstes in der Reihe der Friday Classics vorstellen möchte. Schließlich habe ich mir einfach meine Bücherregale angesehen und griff spontan zu. Ich bin auf eure Meinung gespannt!

FridayClassics

Bei meinem Exemplar handelt es sich um eine recht alte Ausgabe von 1978 bzw. die 12.Auflage von 1993. Aktuell kann man den Roman beim cbj-Verlag kaufen. (Allerdings finde ich das Cover nicht sehr schön…) Meine Ausgabe hat schon vergilbte Seiten, fällt bald auseinander und bedient sich keinerlei Layout-Kniffe. Und dennoch – oder gerade deswegen – ist es ein Klassiker.

20140620_162355

Was erzählt die Geschichte?

Die kleine hässliche und verwöhnte Mary hat ihre erste Kindheit in Indien in der Obhut serviler Dienstboten verbracht. Nach dem Tod ihrer Mutter kommt sie nach England auf das Schloss ihres sonderbaren Onkels. Die geheimnisvollen Umstände, die sie hier antrifft, krempeln sie völlig um und machen aus ihr ein energisches Persönchen. Sie findet heimlichen Zugang zu dem hinter hohen Efeumauern verborgenen Lieblingsgarten ihrer verstorbenen Tante und baut sich dort eine eigene Welt auf. Als sie eines Nachts ihren zehnjährigen Vetter in einem der hundert Zimmer des düsteren Hauses schreien hört, bringt sie dem eingebildeten Kranken energische Hilfe…

Wohl gemerkt: es handelt sich um den Klappentext, der die halbe Geschichte erzählt. Damals hat man das noch so gemacht…
… die Geschichte erzählt vom Erwachsen werden, von Mitgefühl, von dem Sorgen umeinander, von Verantwortung übernehmen und dem Reichtum im Einfachen. Es ist eine leise Geschichte, ohne großen Spannungsbogen, aber dafür umso mehr Gefühl.

Was macht den Roman zum Klassiker?

Natürlich ist meine Meinung absolut subjektiv. Liest man sich Burnetts Lebensgeschichte durch, so möchte man ein Stück Autobiografie in ihren Büchern lesen. Auch der geheime Garten spiegelt dies wider: Burnett liebte die Gärtnerei und , was noch wichtiger ist, emanzipierte sich schon früh. Als Frau des 19. Jahrhunderts wusste sie vermutlich sehr genau, was sie will und was nicht. Denn zum Beispiel eine Scheidung war damals nicht gewöhnlich und eine zweite Heirat auch nicht. Dieses Selbstbewusstsein schimmert auch in ihren Figuren wider.Zugleich ist Der geheime Garten ein Stück Zeitgeschichte. Erstmals veröffentlicht wurde die Geschichte 1911. Die Sprache, die Gesellschaft und die Lebensumstände sind mit der heutigen nur noch schwer zu vergleichen. Und obwohl man gleich erkennen kann, dass Der geheime Garten nicht dem 21. Jahrhundert entstammt, hat sich seine Botschaft bis heute nicht verändert: in einer geradlinigen Geschichte, mit sanften Tönen erzählt, kann sie bis heute Kindern und Jugendlichen (und natürlich auch Erwachsenen) aufzeigen, was einen guten Menschen ausmacht. Nicht Selbstsucht, sondern Achtsamkeit für einander, nicht Reichtum, sondern die Fülle der Natur, nicht Bequemlichkeit, sondern sich für andere und anderes einsetzen.

Weiterlesen...

Labels: ,

Sonntag, 27. April 2014

[Ankündigung] Revival der Friday Classics

Ich hatte mal ein sehr ehrgeiziges Projekt. Als ich im Studium war bzw. danach im Übergang nur in Teilzeit gearbeitet habe, da war die Realisation des Projektes auch kein Problem. Nun in Vollzeit, mit einer schlechten Bibliothek vor Ort, sind die Friday Classics eingeschlafen.
Das soll ein Ende haben! Aber ich werde nicht einfach das alte Konzept wieder aufwärmen, sondern ein Neues etablieren. Ich hab sogar einen Banner gebastelt:

FridayClassics

Noch einmal kurz ein Rückblick: ursprünglich entstanden die Friday Classics aus der Idee oder dem Wunsch, dass ich selbst als Literaturwissenschaftlerin gerne die großen deutschen Klassiker gelesen haben wollen würde. Ein Anspruch, den man gerne während des Germanistik-Studium entwickelt. Als Orientierung diente mir der Kanon deutscher Literatur von Marcel Reich-Ranicki. Nach dem Lesen erzählte ich euch dann etwas zum Autor, zur Entstehung des Romans und versuchte die Frage zu klären, ob der Roman ein Klassiker ist, den man gelesen haben sollte (auch als Nicht-Wissenschaftler, aber Literaturinteressierter) oder ob es “lediglich” ein Klassiker ist, den man zumindest mal vom Namen her gehört haben sollte. Folgende Bücher habe ich euch dann vorgestellt:

Weiterlesen...

Labels: ,

Freitag, 22. Februar 2013

[Friday Classics] Alfred Döblin–Berlin Alexanderplatz

Als ich vor rund eineinhalb Jahren meinen Blog begann, wollte ich eine Rubrik schaffen, die etwas Außergewöhnlich ist und die ich so noch auf keinem Blog gesehen hatte. Da es sich aufgrund meines beruflichen Hintergrundes und auch meines persönlichen Interesses anbot, rief ich schließlich die [Friday Classics] ins Leben.
Da ich seither einige neue Leser gewonnen habe (ich freue mich riesig darüber!!), erkläre ich euch hier noch einmal kurz, die Absicht zu dieser Reihe.
Ich hatte mir die grundlegende Frage gestellt, wer oder was Buchklassiker eigentlich sind. Man wird mit ihnen in der Schule und wahlweise auch im Studium konfrontiert. Buchbegeisterte stoßen auch in ihrer Freizeit immer wieder auf diese Klassiker: Man müsse diese gelesen haben, sie gehörten zu den Spitzen der Deutschen Literatur. Das wollte ich überprüfen, ganz subjektiv bzw. gepaart mit ein wenig fachlichen Hintergrund.
Als ersten Anhaltspunkt habe ich Marcel Reich-Ranickis Kanon der deutschen Literatur genommen. Dieser ist eingeteilt in Romane, Lyrik und Dramen. Begonnen habe ich mit den Romanen und meine bisherigen Ergebnisse könnt ihr hier nachschauen.
Mein Ziel ist es, die gelesenen 'Klassiker' in zwei Rubriken einzuteilen: 1) Klassiker, von denen man gehört haben sollte, wenn man sich mit Deutscher Literatur auseinandersetzen möchte. Gelesen haben muss man sie aber nicht. 2) Das sind die Klassiker, die es wert sind, gelesen zu werden. Darunter verstehe ich Literatur, die eigentlich im Kanon stehen müsste, weil sie zeitlos und zugleich aktuell und gefällig ist. Man kann sie gut lesen, jedem gibt sie etwas mit.
Ausführlicher könnt ihr dies hier nachlesen.
Heute geht es also endlich weiter! Ich hoffe, dass ich meinen ursprünglichen Plan, ein Klassiker pro Monat, wieder aufnehmen kann.
Stecken geblieben bin ich bei Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz. Den musste ich das erste Mal in der 12. Klasse im Deutsch LK (ja, ich gehöre noch zur alten Schule…) lesen. Damals führten wir ein Lesetagebuch, was eigentlich auch ein recht kluger Plan meines Lehrers war. Aber das Buch hat mich geschafft bzw. ich hab es damals nie zu Ende gebracht.
Für den Blog habe ich also einen neuen Anlauf genommen…
Weiterlesen...

Labels: , , , ,