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[Gelesen] Matthias Nawrat–Wir zwei allein

Eulenpost(s): [Gelesen] Matthias Nawrat–Wir zwei allein

Mittwoch, 8. Januar 2014

[Gelesen] Matthias Nawrat–Wir zwei allein

Eigentlich wollte ich das Buch schon direkt nach der Frankfurter Buchmesse 2012 gelesen haben. Denn da war ich auf einer Lesung zu diesem Buch.
Wirzweiallein

Verlag: Nagel&Kimche Verlag
Seiten: 185
Preis: 17,90 Euro
Genre: Liebe, Erwachsenwerden, Gegenwartsliteratur

KLAPPENTEXT Seit dem Aussetzen seines Studiums jobbt der junge Ich-Erzähler als Gemüselieferant, fährt dazu kreuz und quer durch den Schwarzwald und ist damit zufrieden. Bis ihm die unberechenbare Theres begegnet. Da beginnt er plötzlich von exotischen Abenteuern zu träumen.
MEINE ERWARTUNGEN Vor der Lesung wußte ich das Buch nicht wirklich einzuschätzen. Nach der Lesung war ich neugierig und fasziniert. Aber ich wußte auch, leichter Lesestoff ist das nicht. Vermutlich hat es deswegen etwas lange gedauert, bis ich nun dazu gegriffen habe.
MEINE EINDRÜCKE Schon nach den ersten Sätzen merkte ich, dies ist ein besonderer Roman. Vor allem ist es kein Buch, das man mal so eben auf der Fahrt ins Büro schmökert. Man könnte vielleicht sagen, es ist gute alte Belletristik. Denn der Erzählstil ist wirklich einzigartig.
Zum besseren Verständnis zitiere ich jetzt eine kleine Stelle, die Herr Nawrat auch bei seiner Lesung vorgelesen hat:
Ich steige in die obere Etage und ziehe mir in meinem Schlafzimmer die Schuhe an. Theres kommt mir hinterher. Ich stehe vom Bett auf und will wieder zur Treppe. Sie weicht vor mir zurück. Im Gang brennt Licht. Sie geht rückwärts. Es tut mir leid, sagt sie. Sie strauchelt, macht einen weiteren Schritt zurück, will sich eine Treppenstufe weiter unten abstützen. Ich greife nach ihrer Schulter, will sie festhalten. ihr Fuß rutscht auf der Stufenkante ab. In diesem Moment friert alles in einer verzerrten Aufnahme ein. Theres’ Augen, die sich weiten. Theres, wie den Mund öffnet. Die Tiefe hinter und unter ihr, die sich dreht, ihr Maul aufsperrt. Sich nach unten hin verengt und sich in die unterste Holzstufe einbohrt wie eine Schraube. (S. 167)
Ich würde den Schreibstil als eindringlich, leicht poetisch beschreiben. Er gibt der Geschichte das Düstere, Beklemmende und Nachdenkliche. Er rückt auch die Gedanken und Wünsche des Ich-Erzählers in den Vordergrund.
Denn in der Handlung selbst geschieht nicht so arg viel. Muss es auch nicht, denn so nimmt man die kleinen, leisen Veränderungen umso stärker wahr. Und diese prägen auch die Geschichte sehr.
Durch den Ich-Erzähler, dessen Name man nie erfährt, glaube ich, erleben wir die übrigen Figuren natürlich allein aus seiner Sicht. Aber abgesehen von Theres, sind die anderen auch nur Randfiguren und daher in ihrem Charakter nicht wirklich ausformuliert. Alles dreht sich um diese unberechenbare Frau, deren Charakter der Erzähler und Leser die ganze Zeit über zu enträtseln versuchen.
Ein kleines Highlight war für mich der Handlungsort: es spielt zunächst in Freiburg und dann im Schwarzwald. Alle beschriebenen Schauplätze kenne ich tatsächlich, weil ich selbst rund 7 Jahre in Freiburg gelebt habe. Das brachte mir die Geschichte natürlich gleich viel näher.
FAZIT Keine leichte Lektüre, aber eine durchaus lesenswerte. Wer sich abseits der Unterhaltungsliteratur mal etwas zu Gemüte führen will, etwas, das tiefgründiger, nachdenklicher und im Schreibstil poetischer ist, der könnte sich Wir zwei allein durchaus einmal näher ansehen. Das Buch ist mit nicht einmal 200 Seiten dünn, aber aufgrund seiner inhaltlichen Schwere genau richtig dick. Mir hat es gefallen und mich zum Nachdenken gebracht.
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4 Kommentare:

Am/um 8. Januar 2014 um 17:55 , Blogger Rebecca Feist meinte...

Huhu,

möchtest du bei diesem TAG mitmachen? http://muffins-light-side.blogspot.de/2014/01/tag-excellent-blog-award.html

LG, Becky

 
Am/um 9. Januar 2014 um 12:32 , Blogger Jasmin meinte...

Hallo du liebe Büchermaus,
ich habe dir einen TAG zugeworfen. Würde mich freuen, wenn du mit machst. :)
http://querbeetlesen.blogspot.de/2014/01/unter-200-follower-tag.html

LG Jasmin

 
Am/um 10. Januar 2014 um 23:58 , Blogger Petzi meinte...

Hey,

das finde ich jetzt mehr als interessant, dass du das Buch auch gelesen hast. :-) Ich nämlich auch (vor längerer Zeit) und ich fands total blöd. Du weißt, dass ich überhaupt nichts gegen schwere Kost, anspruchsvollen Lesestoff o.ä. habe, aber dieses Buch konnte mich gar nicht begeistern. Allerdings gefällt mir das Cover. Genau mein Geschmack. :-)

Falls es dich interessiert: http://www.dieliebezudenbuechern.de/2012/03/rezension-wir-zwei-allein-von-matthias.html

Liebe Grüße
Petzi

 
Am/um 15. Januar 2014 um 08:07 , Blogger Melissa meinte...

Ich glaube auch, es ist ein absolutes Stimmungsbuch. Wenn man nicht in der richtigen Stimmung für den Schreibstil ist, dann ist das ganze Buch blöd.

 

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