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[Friday Classics] Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Eulenpost(s): [Friday Classics] Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Freitag, 10. August 2012

[Friday Classics] Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Heute stelle ich euch einen Roman von Robert Musil vor. Ich hatte diesen Roman schon einmal in der Hand, da er auf einer der Literaturlisten für ein Seminar stand. Allerdings war mein Ehrgeiz damals nicht sehr groß.
Für euch habe ich ihn dann nochmal versucht.
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Zum Autor: Robert Musil wurde am 6.11.1880 in Klagenfurt als Sohn des Ingenieurs und späteren Hochschulprofessors Alfred Musil und seiner Frau Hermine geboren. Ab 1892 sollte Musil einer Militärlaufbahn nachgehen und wurde entsprechend auf verschiedene Schulen geschickt. 1897 brach er diese Ausbildung jedoch ab und begann stattdessen ein Maschinenbaustudium. Nach dem erfolgreichen Abschluss arbeitete Musil wenige Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TH Stuttgart. Anschließend nahm er ein Studium der Philosophie und Psychologie auf. Die Möglichkeit einer Habilitation lehnte er jedoch zugunsten einer freiberuflichen Schriftstellertätigkeit ab. Da dies aber nicht auf Anhieb gelingt, arbeitete Musil zunächst ab 1911 in Wien als Bibliothekar.Im ersten Weltkrieg zog er begeistert in den Krieg und brachte zeitgleich einige Zeitungen heraus. Nach dem Krieg wurde Musil als Theaterkritiker, Essayist und Schriftsteller bekannt. Am 15.4.1942 stirbt Musil schließlich in Genf. Sein großer Roman Der Mann ohne Eigenschaften blieb unvollendet zurück.
Entstehung von Die Verwirrungen des Zöglings Törleß: Mit dem Törleß greift Musil auf seine Schulerfahrungen zurück. Insgesamt arbeitete Musil etwa drei Jahre an seinem ersten Roman. Nicht nur vom Titel her, sondern auch inhaltlich, findet sich eine gewisse Nähe zu Goethes Die Leiden des jungen Werthers.
Rezeption: Als der Roman 1905/06 erschien, bekam er sofort große Aufmerksamkeit und schaffte schnell fünf Auflagen.
Törleß wurde zunächst als Aufklärungsroman oder als Pubertäts- und Schulroman gelesen. Besonders Aufklärer, Theologen und Pädagogen übte aber scharfe Kritik am Törleß, da man ihm, wie Werther und den Räubern, vorwarf, die Jugend zu verderben und Prinzipien einer vernünftigen Erziehung zu untergraben. Literarisch gelang Musil mit seinem Erstlingsroman der Beginn der expressionistischen Prosa.
Klassiker? Robert Musil ist definitiv keine leichte Kost. Ich kannte auch im Studium nur wenige, die mit diesem Autor wirklich warm geworden sind. Seine literarische Bedeutsamkeit ist davon natürlich vollkommen unberührt. Vielmehr zeigt das vielleicht, dass gerne die besonders schwer zugänglichen Autoren hoch gelobt und zu Klassikern erhoben werden.
Ich habe etwa die Hälfte vom Törleß geschafft. Literaturwissenschaftlich finde ich diesen Roman nicht uninteressant, vor allem wenn man die Biografie von Musil im Hinterkopf behält. Anhand der Interpretationshilfen kann man auch erahnen, dass sich sehr viel aus diesem Roman herausarbeiten lässt. Aber genau hier sehe ich den Knackpunkt: der Roman ist Arbeit. Daher finde ich, dass man Robert Musil zwar als Autor mal gehört haben muss, Törleß muss aber nicht zwangsläufig auf euren SuB landen. Vielleicht steigt man besser mit Erzählungen bei ihm ein. Ich glaube, bei den Erzählungen in Marcel Reich-Ranickis Kanon der deutschen Literatur ist auch die ein oder andere Erzählung von Musil dabei.
Ich bin jetzt ganz froh, dass ich das frühe 20. Jahrhundert geschafft habe. Es ist literarisch definitiv nicht meine Lieblingsepoche. Nächstes Mal kommt Franz Kafkas Der Prozess dran!

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6 Kommentare:

Am/um 10. August 2012 um 12:31 , Blogger Nadja meinte...

Ich find das Buch einfach geil. Das Thema ist hochaktuell und ich finde die Sprache sehr poetisch. Anscheinend gehöre ich zu der Pro-Musil-Gruppe ;)

Liebe Grüße
Nadja

 
Am/um 10. August 2012 um 14:22 , Blogger Katie meinte...

Also ich musste das in der Schule lesen und fands furchtbar.

 
Am/um 10. August 2012 um 20:20 , Blogger christerl meinte...

Ich habe das Buch "einfach so" gelesen, eben weil es ja ein Klassiker ist. Die Thematik fand ich interessant, aber ich mochte den Schreibstil nicht allzu sehr..

 
Am/um 12. August 2012 um 09:09 , Blogger Melissa meinte...

Ja die Sprache ist sehr poetisch. Deswegen finde ich es auch so schwer, es mal eben so zu lesen...

 
Am/um 12. August 2012 um 09:10 , Blogger Melissa meinte...

Ich glaube, der Schreibstil ist für viele ein Hindernis.

 
Am/um 12. August 2012 um 09:10 , Blogger Melissa meinte...

In der Schule? Wow, das finde ich tatsächlich hart. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich viele SChüler das Buch gut finden...

 

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