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[Lesung] Katrin Bauerfeind–Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag

Eulenpost(s): [Lesung] Katrin Bauerfeind–Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag

Samstag, 27. September 2014

[Lesung] Katrin Bauerfeind–Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag

Ich schreibe seit diesem Monat ehrenamtlich für eine regionale Online-Plattform. Da berichten wir über Events, Konzerte, Theater und eben auch über Lesungen. So ging ich quasi als rasende Reporterin zur Lesung von Katrin Bauerfeind. Hier mal ein Auszug aus meinem Bericht:

katrinbauerfeind

“Katrin Bauerfeind stellte an jenem Abend ihr erstes Buch vor. „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag“ heißt es und will Momente aus Bauerfeinds Leben erzählen. Auch während der Lesung erzählte und las die 32-Jährige aus ihrem Leben.

Katrin Bauerfeind kommt aus Aalen, einem kleinen Ort zwischen Stuttgart und Ulm, studierte Technikjournalismus und machte sich als Moderatorin schnell einen Namen. Zunächst im Radio und online, später war sie auch für Harald Schmidt tätig und bekam auf 3sat ihre eigene Sendung.

Nun hat sie also ein Buch geschrieben. Als sie sich das Thema ihres Buches überlegte, ob Kochen, Beziehungen oder gar Kinder, merkte sie, dass sie in allem gescheitert sei. Also beschloss sie darüber ein Buch zu schreiben. Dem Publikum im Roxy, es waren rund 300 Leute, sagte sie, das Buch sei für all jene die große Pläne hatten und jetzt ihre Einbauküche abbezahlen. Sie zählte noch weitere Beispiele auf, für wen das Buch geeignet sein könnte, doch eines merkten alle: Katrin Bauerfeind tat sich noch schwer auf der Bühne, so ganz alleine und nur mit ihrem Manuskript. Da wirkten die Witze etwas einstudiert, kamen zu schnell und erhielten auch nur zögerliche Lacher.”

… ich war vollkommen unvoreingenommen, als ich zur Lesung ging. Ich hatte schon viel von Katrin Bauerfeind gehört und war entsprechend neugierig. Und auch wenn ihre direkte, sich selbst nicht zu ernstnehmende Art irgendwie erfrischend war – ihre Lesung war es nicht. Tatsächlich bin ich nach einer Stunde in der Pause gegangen. Ich konnte nur selten wirklich lachen, eigentlich nur dann, wenn sie schwäbelte. Die Geschichten, die sie erzählte, klangen nicht wirklich neu, und der Humor war manches Mal grenzwertig. Beispiel: sie erzählte davon, warum es toll ist, zu rauchen. Jetzt mag man mich für spießig halten und denken, ich würde Bauerfeinds Humor nicht verstehen, aber ich habe mich schon gefragt, was das soll. Es gibt bestimmt viele andere Erlebnisse im Leben, die vom Scheitern erzählen können, ohne so dicht am Fauxpas zu sein.

Die Stellen, die sie aus ihrem Buch las, wirkten angestrengt lustig und überspitzt (natürlich, sonst wäre es ja nicht lustig). Ich will nicht sagen, dass Bauerfeind nicht schreiben kann. Aber ich finde, bei der Lesung hat man gemerkt, was sie besser kann: moderieren. Und damit ist sie schließlich auch bekannt geworden. Beim Moderieren und frei Sprechen war sie lockerer, ehrlicher und auch witziger.

Habt ihr das Buch gelesen? Wie war euer Eindruck? Oder habt ihr auch mal eine Lesung von Katrin Bauerfeind besucht?

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2 Kommentare:

Am/um 27. September 2014 um 11:44 , Anonymous RoM meinte...

Moin moin, Melissa.
Ein Buch zu schreiben ist schon kein Pappenstiel. Vor Publikum daraus zu lesen ist nicht weniger als hohe Kunst - zumal man/frau nur auf sich alleun gestellt bleibt. Entweder ist es Talent, oder aber durch Erfahrungen erlernt. Von der Bühne in ein Loch zu fallen passiert da schnell.

Bei Katrin Bauerfeind scheint es wohl - so wie Du es beschreibst - der Fehler gewesen zu sein, daß sie in den klassischen Vorleseton rutscht. Kennen wir alle wenn wir uns ans laut Lesen in der Klasse erinnern.

Kann auch sein, daß sie lediglich einen schlechten Tag hatte.

Merci, daß Du Dich den Abend auf den Weg gemacht hast; und für's Teilen.

bonté

 
Am/um 5. Oktober 2014 um 13:00 , Blogger Fräncis D meinte...

Hallo Melissa,

ich habe vor ein paar Wochen ihr Buch gelesen und konnte es einfach nicht rezensieren, weil es mir so gar nicht zugesagt hat. Mir ging es beim Buch lesen quasi genauso wie dir bei der Lesung. Ich finde das wirklich schade. Aber es sagt schon einiges, dass du in der Pause gegangen bist. Wäre ich nicht ganz so zimperlich, was das Abbrechen von Büchern angeht, ich hätte dieses sicherlich abgebrochen.

Liebe Grüße,
Fraencis

 

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