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[Gelesen] Engelmann/Leonhardt–Im Pyjama um halb vier

Eulenpost(s): [Gelesen] Engelmann/Leonhardt–Im Pyjama um halb vier

Donnerstag, 28. Februar 2013

[Gelesen] Engelmann/Leonhardt–Im Pyjama um halb vier

Der zweite Roman, den ich vorgestern gelesen habe, ist ein kleiner Gewinn direkt vom Arena Verlag. Ich denke, es ist nicht unbekannt, dass ich die Autorin Gabriella Engelmann sehr schätze. So habe ich mich natürlich sehr gefreut, ihren neuen Roman, den sie zusammen mit Jakob M. Leonhardt geschrieben hat, lesen zu dürfen.



Verlag: Arena Verlag
Seiten: 237
Preis: 12,99 Euro

Genre: Jugendbuch, Liebe

INHALT Lulu hat auf einer Party den tollen Marco gesehen. Jetzt sucht sie über Internet dessen besten Freund Ben, um ihn zu fragen, ob Marco eine Freundin hat. Doch sie lernt dabei einen ganz anderen Ben kennen. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine Internetfreundschaft. Sie erzählen sich von ihrem Kummer, geben sich gegenseitig Liebesratschläge und meistern ganz einfach das alltägliche Teenagerchaos. Doch bald schon wächst das Interesse am Gegenüber…wer steckt hinter Lulu Rakete und wer ist Ben Schumann wirklich?
MEINE ERWARTUNGEN Ich hatte mir vor Lesebeginn eigentlich keine großen Gedanken zu dem Roman gemacht. Auf Facebook habe ich allerdings schon viel mitbekommen. Denn das Besondere an diesem Roman ist, dass die beiden Charaktere Lulu und Ben auch auf Facebook ein Alter Ego haben und so ihre Leser auf Trab halten. Ich finde diese PR-Idee wirklich toll und zeitgemäß. Das machte mich neugierig auf den Inhalt des Buches.
MEINE EINDRÜCKE Auch hier muss ich wieder ein paar Worte zur Aufmachung verlieren. Denn nicht nur das Cover ist schön bunt und fröhlich, auch die Seiten sind bunt: das heißt, die Schrift ist blau und vor jedem Namen steht ein kleines buntes Icon. Ganz so wie man es aus einem sozialen Netzwerk im Internet kennt. Auch der Aufbau der Geschichte ist dem nachempfunden. So liest man hier eine Art Briefroman in einer modernen Variante: einen Chat-Roman.
Mehr oder weniger abwechselnd schreiben sich Ben und Lulu via Chat ihre Gefühle und Gedanken. Zwischendurch gibt es dann auch mal noch eine Statusmeldung von einem der beiden, die das aktuelle Geschehen ein wenig abstrahieren.
Diese Idee hat mir sehr gut gefallen. Man liest sich da auch sehr schnell rein und hat bald zwei junge Menschen vor Augen, die jeweils vor ihrem PC sitzen und schreiben. Ich gehöre ja quasi der ersten Generation an, die Internet als Teenager miterlebt hat. Damals war chatten ganz groß!
Lulu und Ben sind zwei sehr warmherzige Charaktere. Sie wirken für ihr Alter (16 und 17) manchmal etwas erwachsener als ihre Zeitgenossen, was aber vielleicht auch nur daran liegt, dass man normalerweise nicht in die Köpfe von jungen Menschen hineinsehen kann und so vielleicht von dem einen oder anderen Gedankengang überrascht ist. Ich hab mich daher immer wieder gefragt, ob ich mir selbst auch solche Gedanken in dem Alter gemacht habe.
Insgesamt wirken die beiden aber sehr authentisch und echt. Da Frau Engelmann Lulus Parts geschrieben hat und Herr Leonhardt Bens, bekommt man hier wirklich eine echte geschlechtsspezifische Sichtweise auf so unterschiedliche Themen wie Liebe, Drogen, Familie und Freundschaft. So musste ich bald mal zustimmend nicken und bald habe ich ganz neugierig Bens Antworten auf Lulus Fragen gelesen. Denn vielleicht kann ich ja noch etwas lernen!
Die Handlung selbst war für mich nicht so sehr überraschend. Lediglich das Ende hatte noch einmal einen schönen Wendepunkt für mich. Nichtsdestotrotz blieb der Roman aber unterhaltsam und für jüngere Leser ist es sicherlich spannungsreicher und überraschender als für mich. Es blieb aber alles sehr logisch und stimmig, so dass ich die kleine Geschichte zwischen Lulu und Ben sehr gerne und in einem Rutsch (ca. 4 Stunden) durchgelesen habe!
Handlung und Aufbau mögen so manchen an Daniel Glattauers Gut gegen Nordwind erinnern. Jener war ein Emailroman über zwei Erwachsene, die sich per Zufall kennen- und lieben lernten. Und ich muss zugeben, dass Im Pyjama um halb vier dem ähnlich ist. Lulu und Ben sind eine tolle jugendliche Ausgabe von Emmi und Leo!
FAZIT Ich kann diesen Roman wirklich weiterempfehlen! Auch wenn er für mich stellenweise nicht überraschend, vielleicht sogar vorhersehbar war, so ist er doch ein ganz toller Jugendroman! Er behandelt beinahe alle Themen, die einen mit 16/17 interessieren und ist dabei feinfühlig und authentisch. Obwohl ich vielleicht nicht die Zielgruppe bin, habe ich dennoch mitgefiebert und mitgelitten. Ein rundum schöner, unterhaltsamer und gelungener Briefroman der Moderne!

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4 Kommentare:

Am/um 28. Februar 2013 um 21:09 , Anonymous RoM meinte...

Salut, Melissa.
Nicht zum "Zielpublikum" eines Romans zu gehören kann immer noch Interessantes für einen selbst beinhalten. Feldstudien sozusagen. :-)

Amüsant. Auch ich hatte den Quergedanken an einen Briefroman, wie ich das Buch auf einem anderen Blog kurz vorgestellt bekam.

Feine, kurzweilige Lektüre. Du hattest Deinen Lesespaß. Bingo! :-)

bonté

 
Am/um 28. Februar 2013 um 22:01 , Blogger Melissa meinte...

Ja, es ist definitiv ein moderner Briefroman. Das wiederum ist ja nicht jedermanns Sache.

 
Am/um 5. März 2013 um 20:35 , Blogger Julia meinte...

Oh, das Buch möchte ich auch noch unbedingt lesen, obwohl ich ja auch nicht mehr zur Zielgruppe zähle. Aber "Gut gegen Nordwind" hat mir damals so gut gefallen, bin optimistisch, dass mir dieses Buch auch gefallen wird.

 
Am/um 5. März 2013 um 20:38 , Blogger Melissa meinte...

Ich leihe es dir gerne, sobald ich es von Lese Giraffe zurückbekommen habe...
Mir hat dieser hier im Übrigen besser gefallen als 'Gut gegen Nordwind', weil ich hier die Protagonisten erfrischender finde.

 

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