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[Gelesen] Gabriella Engelmann - Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid

Eulenpost(s): [Gelesen] Gabriella Engelmann - Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid

Sonntag, 10. Juni 2012

[Gelesen] Gabriella Engelmann - Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid

Ja, es ist wieder soweit. Ich habe meinen dritten Gabriella Engelmann-Märchenroman gelesen. Emma hatte zu einer Leserunde aufgerufen und so habe ich spontan mitgemacht. Eigentlich wollte ich mir die Märchen noch ein bisschen aufheben. Jetzt bleiben mir nur noch Aschenputtel und Goldmarie, die aber erst im August erscheint. Ich werde das jetzt schon vermissen... warum? Dazu gleich.
Da es sich ja um eine moderne Interpretation des Märchens von Schneewittchen handelt, weiß ja eigentlich jeder, worum es geht. Um nicht zuviel von den interessanten Stellen vorweg zu nehmen, tippe ich euch als Inhaltsangabe nur den Klappentext ab.


Verlag: Arena Verlag
Seiten: 264
Preis: 9,99 Euro
Genre: Jugendbuch, Humor, Liebe, Märchen














Klappentext: Es war einmal ein wunderschönes Mädchen mit milchweißem Teint, rabenschwarzem Haar und blutroten Lippen. Und es war einmal eine böse Stiefmutter, die selbstverliebt und von Neid zerfressen war.
Sarah versteht die Welt nicht mehr. Weshalb nur hasst ihre Stiefmutter Bella sie so sehr? Bella würde alles dafür tun, die Schönste zu sein - und scheinbar ist ihr Sarah dabei ein Dorn im Auge. Sogar vor einem Mordanschlag schreckt Bella nicht zurück und Saah flüchtet in eine WG: Die sieben Jungs kümmern sich rührend um ihre neue Mitbewohnerin. Doch während Sarah sich in Sicherheit wähnt und einen Modelvertrag unterschreibt, setzt Bella alles daran, ihre Konkurrentin ein für alle Mal zu beseiteigen.

Erster Leseeindruck: Ich gebe zu, wenn Emma nicht zu einer Leserunde aufgerufen hätte, hätte ihc noch eine ganze Weile mit diesem Roman gewartet. Mir klingt der Klappentext zu stumpf. Er hat mich schlicht nicht angesprochen. Aber ich wollte diese Geschichte mal lesen, weil ich alle Märchen von Gabriella Engelmann lesen wollte. Irgendwann... tja, es kam anders und überraschend. Wie schon bei den anderen Romanen war ich innerhalb weniger Seiten mitten in der Geschichte drin und machte sogar Nachtschichten, um weiterlesen zu können. (Dabei musste ich um 6 Uhr aufstehen...)
 Es war einmal mitten im Winter und Schneeflocken fielen herab...
Fazit: Mir wurde zugetragen, dass dies das erste Buch aus der Märchenreihe sein soll. Manche lesen die Romane ja in der "richtigen" Reihenfolge. Ich halte das nicht für zwingend notwendig, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Nur manche Figuren tauchen in mehreren Romanen auf. Wie zum Beispiel die Zwergen-WG. Die kannte ich schon aus Küss den Wolf. Umso schöner war es jetzt, zu erfahren, wie die WG entstanden ist und die Zwerge näher kennenzulernen.
Das Märchen wird aus zwei Perspektiven erzählt. Die eine ist aus Sarahs Sicht in der Ich-Perspektive, die andere wird mit mehr Distanz von "der Frau" geschildert. So bekommt die Handlung mehr Tiefe und vor allem durch den zweiten Handlungsstrang etwas Mysteröses, Kriminelles und leicht Mysthisches. Der Spannungsboden ist auch wirklich gut aufgebaut, sonst hätte ich nicht bis spät in die Nacht weitergelesen. Zwischendurch kann man auch Luft holen und den rasenden Puls beruhigen. Aber kaum hat man sich wie Sarah etwas erholt, kommt der nächste Adrenalinstoß. Das hat mich wirklich begeistert. Sowas traue ich, Schande über mich, Jugendbüchern irgendwie immer nicht so zu. Also, dass sie so eine Wirkung auch auf "Erwachsene" haben können...
Felix kniff die Augen zusammen und musterte mich. Wenn er ein Stethoskop aus seiner Jackentasche geholt hätte, hätte es mich nicht gewundert. Wieso war er eigentlich überhaupt hier? ... Wieso war er immer zur Stelle, wenn Bella versuchte, mich zu ermorden?
Die Figuren sind wie bei den anderen Romanen bereits in einem Personenregister schön aufgelistet und kurz beschrieben. Das ist vor allem bei den Zwergen echt hilfreich. Sieben Jungs kann sich doch keiner gleich merken. Zumal sie auch beinahe alle eine kleine Geschichte haben, die neben der Haupthandlung weiterentwickelt wird. Sarah als Schneewittchen ist gut konzipiert: jung, ein bisschen blauäugig, verträumt und herzensgut. Ich fand es etwas traurig, dass sie so gar keine Freundinnen hat, aber vielleicht hätte das zusammen mit den sieben Zwergen auch den Rahmen gesprengt. So wirkte sie auf mich manchmal unnatürlich einsam. Dem die Tagebucheinträge entgegenzusetzen, hat für mich nicht richtig funktioniert. Ein wenig irritiert hat mich auch der Vater: er ist beinahe nie anwesend und ziemlich blind für die Abläufe zu Hause. Es wird für mich auch nicht ausreichend aufgeklärt, wie er so lange mit der bösen Stiefmutter zusammen sein konnte.
Was ich tatsächlich gerne noch mehr erklärt bekommen hätte...wie funktioniert das mit dem Spiegel der bösen Stiefmutter? Natürlich spricht er zu ihr und teilt Bella mit, dass sie nicht mehr die Schönste ist. Aber bildet sie sich das ein, ist er magisch? Denn das einzige offensichtlich Esoterische in diesem Roman sind die Engel und Tarotkarten von Zwerg Ben...
Ansonsten habe ich wirklich nichts zu meckern. Selten bei mir, oder? Nein, wirklich. auch wenn das mit dem Inhalt nichts zu tun hat: mir ist positiv aufgefallen, dass wirklich gut lektoriert wurde. Denn anscheindn wird da immer weniger Wert drauf gelegt und manche Bücher wimmeln von Flüchtigkeits- und Tippfehlern, die einfach nicht sein müssen. Nicht bei diesem Roman. Das war wirklich schön!
Ich lobe den Roman nicht nur, weil mir die Autorin auch privat sehr sympathisch ist. Ich finde das Grimms Märchen stimmig in die Moderne übersetzt, vor allem die verschiedenen Mordversuche sind wirklich kreativ. Weiß wie Schnee ist wirklich ein spannendes, kurzweiliges und herzerwärmendes Buch. Leider kurzweilig, muss ich sagen. Denn ich hätte gerne mehr davon gehabt.
So freue ich mich jetzt noch auf Aschenputtel und Goldmarie. Ein schöner Anblick im Bücherregal!



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4 Kommentare:

Am/um 10. Juni 2012 um 17:08 , Blogger Emma Bücherkeks meinte...

Hey,
schön dass du eine Rezi veröffentlicht hast und noch mal auf die LR hingewiesen hast :)

Ich lese die Märchen in der "richtigen" Reihenfolge, aber eig. auch nur, weil Gabriella es mir so empfohlen hat :)


LG an dich,
EMMA

 
Am/um 10. Juni 2012 um 20:17 , Blogger Melissa meinte...

Oh, Gabriella hat es empfohlen? Schade, dass ich sie danach nicht vorher gefragt habe. Aber bis jetzt hat es mir, wie gesagt, nicht geschadet ;o)

 
Am/um 13. Juni 2012 um 08:25 , Blogger ...Glückskind... meinte...

Ich habe dieses Buch ja auch bereits gelesen aber mir hat es leider nicht so gefallen, obwohl ich Gabriella sehr mag als Mensch, aber ich befürchte dass die Märchen Reihe einfach nichts für mich ist. Vielleicht bin ich mit meinen 31 einfach schon zu alt für sowas ;-)

Trotzdem super schöne Rezi.

LG
Ise

 
Am/um 13. Juni 2012 um 09:45 , Blogger Melissa meinte...

Naja, ich bin auch schon 28. Aber vielleicht noch ein bisschen kindlich, manchmal. Aber mich begeistert die Reihe nun mal auch aus "beruflichen" Gründen.

 

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